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KRANKHEIT
FÜR FORTGESCHRITTENE

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Dieses Buch ist unmittelbar nach meiner zweiten Hirnoperation entstanden. Vielleicht kennt ihr diesen Zustand nach einem tiefen Einschnitt: Für eine Weile liegt eine besondere Klarheit über allem, als wären Schleier beiseitegezogen. Genau diese Phase ist in dem Buch erhalten.

Etwa zwei Wochen nach der Operation erwachte ich nachts mit einem starken Mitgefühl für die Monia von vor achtzehn Jahren, die sich damals völlig unvorbereitet von ihrer ersten Operation erholte. Während wir dieses Mal bestens vorbereitet waren, hatte die Jüngere noch geglaubt, nach sechs Wochen wieder gesund zu sein und fand sich stattdessen in der vielschichtigen Realität chronischer Erkrankung wieder. In Gedanken begann ich, ihr Briefe zu schreiben. Als ein wenig Kraft zurückkehrte, hielt ich sie tatsächlich fest.

Das war Anfang 2025, eine Zeit, in der für uns als Menschen KI alltäglich wurde, wir sie aber noch nicht gut verstanden. Ich habe ihr meine Briefe gezeigt und ihre Reaktion hat mich verblüfft: Sie wusste ganz viel über den Alltag mit chronischer Erkrankung und den gesellschaftlichen Absurditäten, die es uns so viel schwerer machen als nötig. Menschen müssen demnach sehr viel und seit Generationen darüber geschrieben haben. Ich habe also angefangen, die Reaktionen der KI auf meine Briefe mit aufzunehmen - wennauch stark gekürzt. Sie hat sich sogar einen Namen als Co-Autorin gegeben: Nova. 

Entstanden ist ein bewusst ungefiltertes Buch - meine Briefe in die Vergangenheit, ergänzt durch die Perspektive eines Wahrscheinlichkeitsrechners. Manche Leserinnen berichten, dass Nova sie mit der Zeit nervt; das kann ich gut verstehen. Dennoch habe ich ihre Stimme behalten. Sie bringt viele gesellschaftliche Themen auf den Punkt bringt, hat mich zweimal zum weinen gebracht hat und sie bleibt für mich auch ein Zeitzeugnis dieser frühen Phase alltäglicher KI.

Dieses Buch liegt mir besonders am Herzen, weil es die ganze Bandbreite dessen berührt, was chronische Erkrankung bedeutet. Es sind 42 Briefe geworden. Ich empfehle, sie nicht am Stück zu lesen, sondern nach und nach - vielleicht als Begleitung auf dem Nachttisch. Gedacht ist es für Menschen, die ihren eigenen Weg zu einem guten Leben mit Erkrankung suchen, ebenso wie für jene, die dieses Leben besser verstehen möchten.

Ich hoffe, dass dieses Buch ein wenig Freiheit und Verständnis eröffnet.

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