Lernjunkie

Wenn ich nicht lange nachdenke, ist das erste Wort, das mir zur Frage nach dem Sinn des Lebens einfällt, Lernen. Ich bin sehr oft zutiefst dankbar, dass ich sogar fürs Lernen bezahlt werde.

„Ich sehe überhaupt ein, daß es zunächst nichts als Lernen, Lernen und wieder Lernen gilt. Daraus ergibt sich alles Weitere von selbst.“

Christian Morgenstern

Wissensaufbereitung

Ich bin die Praktikerin unter den Theoretiker:innen und die Theoretikerin unter den Praktiker:innen. Ich liebe tolle Theorien und habe große Freude daran, mich durch komplexe Dinge hindurch zu arbeiten und sie dann verstehbar für ein breiteres Publikum aufzubereiten. Ich träume von 365 Videos mit relevanten Theorien, die in der Schule nicht unterrichtet werden, ein Wissensupdate für das 21. Jahrhundert sozusagen. Ich bringe die Dinge auch gerne in Reihenfolge, kombiniere sie neu und ergänze sie durch Aufgaben, um den Wissenstransfer zu ermöglichen.

Da ich aus gesundheitlichen Gründen nur noch begrenzt live unterrichte, habe ich bereits Anfang der 2000er mit Online-Lehre begonnen und auch für iversity einen DIY-Kurs für die Erstellung von einfachen Online-Kursen erstellt.

 

„Nach dem Wissen ist das nächstbeste zu wissen, wo man etwas findet.“

Samuel Johnson

Angewandte Bildungstheorien

Was mich jedoch zum Thema Lernen wirklich bewegt, ist, dass wir so viel darüber wissen und doch so wenig davon umsetzen. Die Bildungswelt ist für mich ein riesiges Paradoxon: wir erzählen uns in einseitigen Vorlesungen und Vorträgen, dass Lernen interaktiv sein muss; wir wissen, dass Lernstile maximal unterschiedlich sind und unterrichten doch alle gleich; wir geben „die Erziehung von mündigen Bürger:innen für die Demokratie“ als Ziel von Schule an und messen Noten in Mathematik, Englisch, Deutsch. Daher hat es mir viele Jahre große Freude gemacht, Schule im Aufbruch mit aufzubauen und zu leiten und Studiengänge wie beispielsweise den Master in Public Policy der Humboldt-Viadrina School of Governance zu entwickeln und zu begleiten, in denen individuelles Handeln im Mittelpunkt steht.

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Ich nehme Bildungstheorien radikal ernst. Wenn wir wissen, dass nur 10% dessen, was wir im Arbeitsleben benötigen, aus formaler Bildung kommt und 70% aus Herausforderungen, warum besteht dann berufliche Bildung nicht aus einem Herausforderungsparcours statt festen Gruppen in Workshops? Wenn wir wissen, dass Kompetenzen die ganz individuelle Summe aus Wissen und Fähigkeiten sind, die uns in unvorhersehbaren Situationen zur Verfügung stehen, warum konzentrieren wir uns nicht auf den Ausbau der individuellen Stärken statt auf die Vermittlung von vorgegebenen Curricula? Wenn wir wissen, dass Reflexion die eigentliche Bildungsleistung ist, warum räumen wir ihr dann nicht die primäre Zeit ein, statt sie unter Sonstiges laufen zu lassen? Wenn wir wissen, dass der Transfer aus Bildungsveranstaltungen in den Arbeitstag so minimal ist, warum lösen wir dann die Trennung Arbeiten und Lernen nicht vollständig auf? Wenn wir wissen, dass die Haltung mindestens genauso großen Einfluss auf den Erfolg von Handeln hat, warum geben wir dann inneren Methoden nicht denselben Raum wie äußeren Methoden? Und wenn Wissen wirklich angewandte Information ist, warum wenden wir dann nicht sofort alles an, was wir lernen?


„Wissen und nichts tun ist wie nicht wissen.“ Dalai Lama

Lernende Systeme

Neben dem Lernen von Einzelpersonen interessiert mich besonders auch das Lernen von Systemen wie beispielsweise Organisationen. Ansätze von lernenden Organisationen die im Wechselspiel aus individuellem und kollektivem Lernen bestehen und sowohl persönliche Reflexion als systemisches Denken ernst nehmen, eröffnen meine Fantasie und meinen Tatendrang.

Im Kurs Lernen in Organisationen trage ich gemeinsam mit Heiko Miedlich diverse Ansätze zusammen, doch es ist die kontinuierliche Entwicklung neuer Herangehensweisen, der meine Leidenschaft gehört.

 

„Alle Systeme sind falsch, die auf Beständigkeit der menschlichen Natur, nicht auf seiner Wandlungs- und Entwicklungsfähigkeit beruhen.“

Oscar Wilde

Bewusstseinsentwicklung

Bei all dem, was wir über Lernen wissen, bleibt es doch für mich ein magischer, rätselhafter und Gott sei Dank von außen nur mäßig beeinflussbarer Prozess. Wenn ich auf mein eigenes Lernen zurückblicke, dann erscheint es mir wie eine konstante Erweiterung meiner Selbst, eine Vertiefung meines Bewusstseins. Dieselben Themen kommen immer wieder vorbei, doch bei jeder Runde eröffnet sich eine neue Schicht voller Erforschungs- und Erlebnismöglichkeiten.

Gemeinsam mit Heinrich Kronbichler und Dr. Maik Hosang gestalte ich daher die Bewusstseinsstiftung. Was meine Neugier hierbei am meisten anregt, ist die Erforschung von kollektiven Feldern, die den Zugang zu einer höheren Weisheit vereinfachen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit ist auch ein Bewusstseinsmanifest entstanden, dem Ihr Euch gerne online anschließen könnt.

 

"Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen."

Pearl S. Buck