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DIE BEWUSSTE ORGANISATION

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Eigentlich fing es damit an, dass Eckhart Tolle in einem Vortrag von „enlightened businesses“ sprach und ich auflachen musste. „Du hast ja keine Ahnung“, ging mir durch den Kopf. Ich habe in meinem Leben sehr viel in und für Organisationen gearbeitet, in denen Spiritualität zur Organisationskultur gehört, und doch halte ich nicht eine einzige für erleuchtet. Sie alle haben einen enormen Strickfehler: Sie wollen Spiritualität für das Wohlergehen ihrer Organisation nutzen. Sie verfolgen damit einen organisationalen Zweck. Nicht das Bewusstsein steht im Fokus, sondern sie versuchen, aus etwas Unendlichem ein Tool zu machen. Was ich erlebe, auch wenn es meistens von Enthusiasmus und Wohlwollen geprägt ist, ist vorrangig spirituelles Ego und nicht Bewusstsein.

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Das hat dann angefangen, in mir zu arbeiten. Während meiner vielen Monate Rekonvaleszenz hörte ich täglich mehrere Stunden spirituelle Vorträge verschiedener Lehrerinnen. Keine von ihnen schien jemals eine Organisation betreten zu haben. Mich hat es nicht mehr losgelassen: Was würde passieren, wenn ich mit ihrem Blick eine Organisation gestalte? Würde überhaupt irgendetwas Bestand haben?

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Mein erster Impuls war tatsächlich, Organisationen als Gedanken- und damit Egokonstrukte abzuschaffen. Wozu uns hinter diesen Gebilden verstecken, wenn wir einfach als Menschen miteinander arbeiten können? Und doch ist mir natürlich klar, dass unser gesellschaftliches Gewebe zu großen Teilen aus Organisationen besteht. Organisationen abschaffen fällt in dieselbe Kategorie wie Geld abschaffen: ein bisschen groß als Projekt für mich als Einzelperson.

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Also bin ich Organisationen Schritt für Schritt durchgegangen: Was ist eigentlich eine juristische Person? Welche Menschen und welche Formen der Zusammenarbeit ermöglichen es, im Bewusstsein zu bleiben? Wie sehen dann klassische Aufgaben wie Produktentwicklung, Marketing und Verwaltung aus? Wie kommunizieren Menschen dann?

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Sehr oft habe ich auch zurückgeblickt und versucht nachzuvollziehen, wie gewisse irrationale Konstrukte, die wir normalisiert haben, eigentlich entstanden sind. Auf eine Art ist dieses Buch eine Geschichte von Organisationen und von Betriebswirtschaft. Vor allem aber habe ich versucht, die Illusionen zu benennen, die wir sowohl im wirtschaftlichen als auch im spirituellen Kontext mit uns herumtragen. Und ich wollte klar auf das schauen, was gerade spirituelle Organisationen gern meiden: Macht, Geld, Angst. Bewusstsein liebt Realität.

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Ich liebe dieses Buch. Es passt in kein Schema und ist doch so ich, so tief getränkt von fast drei Jahrzehnten Aufbau, Leitung und Begleitung von Organisationen und vier Jahrzehnten spiritueller Praxis. Beim Schreiben haben sich diese beiden Erfahrungsschätze in mir verbunden: Die Organisation hat im Bewusstsein Platz genommen. Und ich hoffe, dass es auch euch ein wenig hilft, die seltsame Kluft zu schließen zwischen dem Retreat am Wochenende und der Meditation am Morgen auf der einen Seite und dem Arbeitsalltag in Organisationen auf der anderen.

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